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Als Diabetiker sollten Sie sich wegen der Gefahr einer Nierenschädigung einmal jährlich einem Nierencheck unterziehen.

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Der Einfluss von Diabetes mellitus auf die Niere

Schätzungen zufolge ist heute bereits jeder 13. Deutsche an Diabetes erkrankt. Männer und Frauen sind fast gleich häufig betroffen. In der Altersgruppe 60 - 79 Jahre ist der Prozentsatz am höchsten. Die International Diabetes Federation (IDF) schätzt, dass bis zum Jahr 2030 die Zahl der von Diabetes Betroffenen in Deutschland auf rund 8 Millionen Menschen steigen wird.

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kann eine Nierenerkrankung verursachen und ist heute bereits die häufigste Ursache des chronischen Nierenversagens. Darum ist eine regelmäßige Kontrolle von möglichen Nierenschäden bei Menschen mit Diabetes mellitus sehr wichtig. Hier wollen wir Sie über die Auswirkungen der Zuckerkrankheit auf die Nieren informieren.

Wenn bei Patienten mit Diabetes mellitus die Nieren geschädigt werden, spricht man von diabetischer Nephropathie. (Nephros = Niere; Pathie = Krankheit). Etwa 40 Prozent der Patienten mit Diabetes sind davon betroffen.

Was ist eine diabetische Nephropathie?

Durch wiederholt oder dauerhaft hohen Blutzucker werden im Laufe der Zeit die kleinen Blutgefäße im Körper geschädigt. In der Niere sind vor allem die Filtereinheiten, die aus kleinen Gefäßen aufgebaut sind (Glomerula), betroffen. Das erste Anzeichen dieser sogenannten diabetischen Nephropathie ist, dass aus dem Blut ein bestimmtes Eiweiß (Albumin) in den Urin gelangt. Dieser Übertritt von Albumin setzt schon lange vor dem Entstehen von ernsthafteren Schäden ein und sollte zumindest jährlich bei allen diabetischen Patienten überprüft werden. Der Albuminverlust kann nach verbesserter Blutdruck- und Diabeteseinstellung wieder verschwinden.

Schreitet der Nierenschaden aber fort, wird der Aufbau der Filtereinheiten zunehmend zerstört, sodass in den Nierenkörperchen regelrechte Löcher, aber auch Verstopfungen entstehen. Die Reinigung des Blutes erfolgt dann nur noch unzureichend. Lebenswichtige Stoffe (auch andere Eiweiße als Albumin) gehen dann über den Urin verloren. Gleichzeitig werden Abfallstoffe (z.B. Harnstoff) nicht mehr vollständig ausgeschieden und verbleiben in der Blutbahn. Es kann zu einer inneren Harnvergiftung (Urämie) kommen. Schließlich verlieren die Nierenkörperchen ihre Funktion gänzlich.

Vor allem beim Diabetes ist es möglich, durch eine strikte Kontrolle des Blutdruckes diese Schäden und so den Rückgang der Nierenfunktion zu verzögern. Eine sorgfältige Behandlung, auch eines nur gering erhöhten Blutdruckes, ist von größter Bedeutung. Wenn die eingeschränkte Nierenfunktion aber nicht behandelt wird, kann sie zu einem chronischen Nierenversagen führen (Niereninsuffizienz). Dann wird eine dauerhafte Nierenersatztherapie (Hämodialyse oder Transplantation) lebensnotwendig.

Welche Patienten sind gefährdet?

Die diabetische Nephropathie tritt meistens erst zehn bis fünfzehn Jahre nach dem Beginn der Zuckerkrankheit auf. Bei Patienten, die älter als 50 Jahre sind, kann der Nierenschaden aber leider auch das erste Symptom des Diabetes sein. Vor allem bei Patienten mit einer Kombination von Diabetes mellitus und Bluthochdruck sind die Risiken für eine Nierenschädigung hoch. Durch Teilnahme an Check-up-Untersuchungen kann die Diagnose aber frühzeitig gestellt werden. Eine Früherkennung ist sehr wichtig, da es immer mehr Hinweise darauf gibt, dass eine gute Blutzuckereinstellung das Risiko einer diabetischen Nephropathie verringert. Dasselbe gilt für eine optimale Blutdruckeinstellung (Wert 120-130/70 mm Hg). Eine frühzeitige Behandlung der Zuckerkrankheit und des Hochdruckes kann den weiteren Verlauf der diabetischen Nephropathie also günstig beeinflussen.

Was können Sie tun?

Lassen Sie sich regelmäßig von Ihrem Hausarzt auf mögliche Zeichen einer Zuckerkrankheit (unter Umständen mit Nierenbeteiligung) untersuchen. In den Apotheken können Sie vorsorglich für wenig Geld spezielle Teststreifen erhalten, die im Urin Eiweiß - und zwar das ganz spezielle Eiweiß (Albumin), das in diesem Zusammenhang wichtig ist - nachweisen. Mit diesem Test können Sie selbst zu Hause kontrollieren, ob die Zuckerkrankheit bereits einen Einfluß auf die Nieren gehabt hat. Wenn sich mehr Eiweiß (Albumin) als normal im Urin befindet, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren. Der Arzt wird - zusammen mit Ihnen - Ihren Blutdruck optimal einstellen, Ihren Blutzucker korrigieren und Ihnen Tipps für eine gesunde Ernährungsweise geben. Der Bluthochdruck wird mit sogenannten ACE-Hemmern behandelt, die gleichzeitig nierenschützend wirken.

Zuweilen sind andere medikamentöse oder diätetische Maßnahmen erforderlich, dies aber nur nach Absprache mit Ihrem Arzt, der dafür meist mit einem internistischen Facharzt für Nierenkrankheiten (Nephrologen) kooperieren wird. Zusammen können diese Maßnahmen eine sogenannte Nierenersatztherapie (meistens Hämodialyse) meist mehrere Jahre hinauszögern oder gar verhindern.

Schlecht für die Nierenfunktion ist auch das Rauchen, da es u.a. die feinen Blutgefäße in den Nieren schädigt. Diabetiker sollten außerdem eine jährliche Kontrolluntersuchung beim Augenarzt durchführen und ihre Füße bei jedem Hausarzt-Termin untersuchen lassen. Durch die schlechte Durchblutung der Füße und die daraus resultierende schlechte Wundheilung können selbst kleinste Verletzungen fatale Folgen haben, die aufgrund von Empfindungsstörungen oft erst spät entdeckt werden.

Dialyse und Transplantation bei Diabetikern

Bei Diabetikern ist sowohl die Dialyse als auch die Organtransplantation möglich. Die Gefahr von Komplikationen ist aber größer als bei Nicht-Diabetikern, was eine sehr sorgfältige medizinische Kontrolle notwendig macht. Zuckerkranke mit chronischem Nierenversagen können mit Hämodialyse, Bauchfelldialyse, Nierentransplantation oder einer kombinierten Nierenpancreastransplantation behandelt werden. Über die Entscheidung, welche Therapie beim individuellen Patienten am besten geeignet ist, kann der Nephrologe Sie am besten beraten.

Weiterführende Informationen

Sie haben hier nur allgemeine Informationen erhalten. Wenn Sie noch Fragen haben oder mehr wissen wollen, konsultieren Sie bitte einen Nierenspezialisten (Nephrologen). Adressen von Nephrologen erhalten Sie z.B. bei der Deutschen Nierenstiftung.


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